Landschaften mit Heilfaktor

Naturgenuss

Den Status als seniorentypische Betätigung hat das Wandern längst hinter sich gelassen. Heute sieht man Menschen aller Altersgruppen mitunter in Outdoorkleidung, mit Stöcken in der Hand und mit Rucksack auf dem Rücken durch Feld, Wald und Flur ziehen. Wandern ist nachweislich gesund und belebend für Körper und Geist. Jede Wanderung lässt sich zudem noch individuell gestalten, was den Schwierigkeitsgrad, die Länge und das Auf und Ab der Route angeht und welche Sehenswürdigkeiten und Einkehrmöglichkeiten man in Betracht zieht.

Besonders die Eifel mit ihren vielfältigen Landschaften mit ihren satt-grünen Wiesenhängen und tiefen Hochwäldern, ihren romantisch-verschlungenen Bachläufen, den geheimnisvollen Moorebenen und den vulkanischen Relikten hat sich als Topadresse für Wanderfreunde aus aller Welt herumgesprochen.

Wacholderwanderung

Und lehrreich ist das Wandern in der Eifel auch. Etwa wenn man sich auf den Kräuterpfad begibt – einen Qualitätswanderweg, der zwischen den Kommunen Nettersheim und Bad Münstereifel verläuft. „Mit allen Sinnen können Wanderer auf dem Eifeler Kräuterpfad die heimische Kräuter- und Pflanzenwelt erfahren“, heißt es in der Beschreibung des 20 Kilometer langen Themenweges. Man kann auch verschiedene geführte Wanderungen zum Thema (Heil-)Kräuter absolvieren.

Der 313 Kilometer lange Premiumwanderweg Eifelsteig und die zahlreichen weiteren zertifizierten Wege und Pfade machen das von Fels und Wasser geprägte Mittelgebirge der Eifel zu einem magnetischen Anziehungspunkt auch und besonders für Menschen, die Wert auf den seelischen oder auch spirituellen Effekt des Wanderns legen.

Eifelsteig

Gerade in unserer immer hektischer und kurzatmiger werdenden Zeit suchen die Menschen Orte, an denen sie tief durchatmen können, die sie wieder zur Ruhe und zu sich kommen lassen. Orte, an denen sie ein Gefühl der inneren Stärkung und Stabilität und eine nachhaltige Zuversicht finden, um auch künftig den Anforderungen des Alltags und der durchdigitalisierten Berufslebens gewachsen zu sein.

So stellt sich bereits ein befreiendes Gefühl ein, wenn man nur den Blick von einem der Höhenzüge aus über die Wälder und verstreut liegenden Dörfer schweifen lässt, etwa von Eschweiler aus in Richtung Bad Münstereifel. Auch entlang der Wälder oder auf einem Weg mitten durch den Eifelforst spürt man zusehends, wie der innere Druck in einem nachlässt.

Die Eifel ist zudem reich an besonderen Orten und Kraftplätzen. Einen Platz, dem bisweilen sogar magisch-mythische Kräfte zugeschrieben werden, stellt zum Beispiel das Matronenheiligtum „Görresburg“oberhalb von Nettersheim dar. Immer wieder berichten Besucher davon, ganz eigentümliche Erfahrungen im Bereich dieses alten gallo-römischen Tempelbezirks gemacht zu haben, der heute Teil des Archäologischen Landschaftsparks Nettersheim ist.

Tempelbezirk

Das Matronenheiligtum im ehemaligen Tempelbezirk der „Görresburg“ bei Nettersheim

 

Wem das zu sehr nach Hokuspokus und Hexenwerk klingt, der kann sich dem Thema auch wissenschaftlich nähern. Der Medizingeograph Wilbert Gesler widmete seine Aufmerksamkeit dem Einfluss der äußeren Umgebung auf das Wohlbefinden, die Gesundheit und den Heilungsprozess beim Menschen. Anfang der 1990er Jahre entwickelte er für das Konzept der „Heilenden Plätze“, so der deutschsprachige Titel seines Buches, den Begriff der „therapeutischen Landschaft“.

Dieser Begriff erscheint wie geschaffen, um die Eifel zu beschreiben und den Mehrwert ihres landschaftlichen Angebots zu verdeutlichen.

Venn

(Text und Fotos: Bernhard Romanowski)

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